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Schwerpunktthema 2014–2017

Architekturzeichnungen des 16. Jahrhunderts aus europäischen und amerikanischen Sammlungen


Nach Abschluss der Arbeiten an den Architekturzeichnungen der Uffizien widmet sich der Census in den kommenden Jahren nicht mehr einer einzigen großen Sammlung, sondern ergänzt seine Datenbestände um zahlreiche Einzelkonvolute aus verschiedenen europäischen und amerikanischen Sammlungen. Im Vordergrund werden auch hierbei Zeichnungen nach antiker Architektur stehen, die Zeitspanne der Entstehung des auszuwertenden Materials reicht vom frühen bis ins späte 16. Jahrhundert.


Sangallo Circle Sketchbook, fol. 17 v

Am Anfang steht das sogenannte ‚Sangallo Circle Sketchbook‘ im Fogg Art Museum, Cambridge, Mass. (inv. 1932.271), das sowohl zeitlich als auch hinsichtlich seiner Autorschaft noch mit den Uffizien-Zeichnungen aus dem Umkreis Antonio da Sangallos d.J. in Beziehung steht. Ausgangspunkt der Dateneingabe bildet der von Howard Burns anlässlich der Ausstellung „Raffaello architetto“ (1984) erstellte Katalog der Zeichnungen.
Update: Die Bearbeitung des Zeichnungsbuchs ist abgeschlossen. Aufgenommen wurden 40 Folios (recto und verso), deren insgesamt 60 Einzelzeichnungen mit 63 Monumentrecords verlinkt wurden.
Direktlink zum Census-Record:
Cambridge (Mass.), Fogg Art Museum: inv. 1932.271

 

 


Alberto Alberti, Codex C, fol. 96 r

Des Weiteren ist vorgesehen, die im Istituto Nazionale per la Grafica in Rom aufbewahrten Codices mit Zeichnungen Alberto Albertis vollständig in die Census-Datenbank aufzunehmen. Dabei handelt es sich um vier Bände (vol. 2501 A, vol. 2501 B, vol. 2502, vol. 2504), in denen der vorwiegend als Holzbildhauer tätige Alberti fast ausschließlich antike Architekturglieder, aber auch ganze Bauten festgehalten hat. Die außerordentliche Detailtreue seiner Aufnahmen, zahlreiche Maßangaben sowie die identifizierenden und lokalisierenden Beischriften versprechen eine Bereicherung für die Datenbestände des Census. Grundlage der Dateneingabe bildet die Edition der Codices von Giovanna Maria Forni (1991).
Update: Die Bearbeitung von Codex C (vol. 2502) ist abgeschlossen. Aufgenommen wurden 103 Folios (recto und verso), deren insgesamt 341 Einzelzeichnungen mit 500 Monumentrecords verlinkt wurden.
Direktlink zum Census-Record:
Roma, ICG, GNS: vol. 2502

 

Einen weiteren Schwerpunkt des Census-Projekts in den kommenden Jahren wird das komplexe Netzwerk von Kopien und Parallelkopien von Architekturzeichnungen der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bilden, das heute über verschiedene Sammlungen verstreut ist. Größere Konvolute, die zu diesem Netzwerk zu rechnen sind, befinden sich im Metropolitan Museum New York (Scholz und Goldschmidt Scrapbooks) und im Nationalmuseum Stockholm (Sammlung Cronstedt), weitere werden in unterschiedlichen Kontexten in München, Stuttgart, Paris, Windsor, Florenz, Neapel und Oxford aufbewahrt. Die Zeichnungen dieses Netzwerks zeigen sowohl antike als auch neuzeitliche Architektur und wurden bislang nur in kleineren Gruppen und in Hinblick auf einzelne Detailfragen untersucht.




Codex icon. 209e, fol. 18 v-19 r


Cronstedt Collection, inv. CC 1320

Im Rahmen der Vorbereitung der Dateneingabe plant der Census, die Experten für einzelne Teilbereiche des Netzwerks innerhalb eines Workshops zusammenzubringen, um die übergeordneten Fragen nach den gegenseitigen Wechselbeziehungen der Zeichnungen, nach Datierung und Zuschreibung sowie nach den ursprünglichen Entstehungskontexten zu diskutieren.



Goldschmidt Scrapbook, no. 10 v

Update: Die Bearbeitung des Goldschmidt Scrapbooks ist abgeschlossen. Aufgenommen wurden 95 Blätter (recto und verso), deren insgesamt 265 Einzelzeichnungen mit 321 Monumentrecords verlinkt wurden. Ebenfalls eingegeben wurden 11 Blatt aus dem Codex icon. 209e der Bayerischen Staatsbibliothek München, die parallele Kopien zu Zeichnungen in der Cronstedt Collection des Nationalmuseums Stockholm enthalten.
Direktlinks zu den Census-Records:
New York, Metropolitan Museum of Art, P & D: Goldschmidt Scrapbook
München, Bayerische Staatsbibliothek, Codex icon. 209e

 

 

 

Zudem ist vorgesehen, das im Royal Institute of British Architects (RIBA, London) aufbewahrte Palladio-Material vollständig in die Census-Datenbank aufzunehmen. Von den circa 290 Blatt mit Antikenzeichnungen sind derzeit erst 89 im Census verzeichnet.

Ein weiterer zu bearbeitender Materialkomplex sind die Zeichnungen des Codex Destailleur B der Ermitage in St. Petersburg und die zahlreichen damit in Verbindung stehenden parallelen Kopien in Amsterdam (Rijksmuseum), London (Courtauld Gallery, Blunt Collection), Neapel (Biblioteca Nazionale) und Berlin (Kunstbibliothek).

Außerdem sollen bis Ende 2017 folgende Dokumentkomplexe neu aufgenommen bzw. bestehende Teilbestände vervollständigt werden:

Codex Chlumczansky (Prag, Nationalgalerie)
Codex S. IV. 6 (Siena, Biblioteca Comunale)
Codex B.R. 228 („Zibaldone“ des Buonaccorso Ghiberti; Florenz, BNC)
Cod. icon. 209e (München, Bayerische Staatsbibliothek)
Cod. Magl. II.I.429 (Florenz, BNC)
Ms. 764 (Padua, Biblioteca Universitaria)

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