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Einführung

Translatio nummorum – Die Aneignung der antiken Kultur durch Antiquare der Renaissance im Medium der Münzen

Ziel dieses auf drei Jahre angelegten wissenschaftshistorischen Projektes war es, in einer vergleichenden Analyse ein Bild der antiken Kultur und Geschichte von 49 vor bis 96 nach Christus zu liefern, wie es die Gelehrten und Antiquare der frühen Neuzeit aufgrund der antiken Münzen zeichneten.

Für dieses Projekt digitalisierte das Kunsthistorische Institut in Florenz (KHI) große Teile der numismatischen Literatur von Andrea Fulvio bis Francesco Angeloni und machte diese als "Digitales Corpus der antiquarischen Literatur zu antiken Münzen in der frühen Neuzeit" im Internet für weitere Forschungen frei zugänglich und recherchierbar.

Das Münzkabinett Berlin steuerte als größte Münzsammlung in Deutschland mit seinen Beständen die Originale zu dem Projekt bei und ermöglichte damit die Verifizierung der literarischen Überlieferung. Es bestimmte, beschrieb und fotografierte seinen Münzbestand von Caesar bis Domitian und stellte ihn im Interaktiven Katalog (IKMK) online.

Im Census-Projekt erfolgte die Auswertung der vom KHI digitalisierten Literatur des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts zu den antiken Münzen. Den Kern der Untersuchung bildeten die Emissionen der iulisch-claudischen und flavischen Kaiser Roms. Die Münzabbildungen und -beschreibungen der Antiquare wurden in die Census-Datenbank eingebunden und die Datensätze mit den Volltexten verlinkt. Den Renaissancedarstellungen wurden die verifizierbaren antiken Münztypen, für die sich großenteils Belege im Münzkabinett Berlin finden ließen, gegenübergestellt. Daran schloss sich die wissenschaftliche Auswertung über die Methoden der numismatischen Forschung in der frühen Neuzeit an.
Mit dem Projekt wurde sowohl ein Beitrag zur Erschließung der Geschichte des römischen Kaiserreiches als auch des 16. Jahrhunderts geleistet und zudem die Vermittlung der antiken Vergangenheit in der Renaissance untersucht.

Durch die Schaffung des digitalen Corpus der frühneuzeitlichen numismatischen Literatur und der entscheidenden Erweiterung der online zugänglichen Datenbanken des Münzkabinetts und des Census wurde der Wissenschaft enormes Material zur Verfügung gestellt, das die Bearbeitung weiterführender Fragestellungen auf dem Gebiet der Kunstgeschichte, der Numismatik und der Archäologie anregt und ermöglicht.

Die drei Teilprojekte arbeiteten unter folgenden Überschriften:

  • Digitales Corpus der antiquarischen Literatur zu antiken Münzen in der frühen Neuzeit (BMBF-Förderkennzeichen 01UB0908B)
  • Gelehrte Reflexion und numismatische Realität. Dokumentation und Publikation der Bestände des Münzkabinetts von Iulius Caesar bis zu Domitian im Interaktiven Katalog (BMBF-Förderkennzeichen 01UB0908C)
  • Interpretation antiker Münzbilder in der Renaissance – die Anfänge der Numismatik (BMBF-Förderkennzeichen 01UB0908A)
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